Die Entwicklung des rationalen Verstandes

Ich hatte bereits angedeutet, dass es sich bei den genannten Punkten nicht um eine absichtliche Vertuschung von Unwissen, sondern um ein Ungleichgewicht der Bezugssysteme innerhalb der Psyche handelt. Die Wissenschaft repräsentiert als Weltsicht den Gipfel einer Entwicklung, die bereits seit Tausenden von Jahren auf diesen Punkt hinausläuft: die Entwicklung des rationalen Verstandes.

Als sich der rationale Verstand entwickelte, kam es in der Psyche zunehmend zu Kompetenzkonflikten mit den nicht-rationalen Teilen der Psyche (die ja auch heute jeder Mensch in seiner eigenen Psyche feststellen kann). Natürlich ist es absolut sinnvoll, dass der rationale Verstand von den nicht-rationalen Teilen der Psyche Aufgaben übernimmt, die er tatsächlich besser beherrscht. Er hat sich darüber hinaus aber so entwickelt, dass er die emotionalen Bezugssysteme, die nicht mit der Weltsicht verbunden sind, nahezu komplett verdrängt hat und überdies auch noch die zentrale Entscheidungsfunktion über das Verhalten so vollständig wie möglich beansprucht.

Es ist an dieser Stelle müßig, darüber zu spekulieren

Wie genau diese Entwicklung ablief, ist aber auch völlig egal – wichtig ist der Zustand heute:

Der rationale Verstand und seine Bezugssysteme dominieren die Psyche, während die nicht mit dem rationalen Verstand verbundenen emotionalen Bezugssysteme so gut wie keine Beachtung finden. Genauer gesagt ist es nicht einfach nur so, dass diese Bezugssysteme nicht beachtet werden, sondern der rationale Verstand blockiert die Funktion der entsprechenden nicht-rationalen Teile der Psyche.

Mit dem rationalen Verstand verbundene Bezugssysteme sind:

Die dominierenden Bezugssysteme überstimmen bei widersprüchlichen Entscheidungskonstellationen grundsätzlich die anderen beiden Bezugssysteme, welche nicht direkt mit dem rationalen Verstand verbunden sind:

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