Warum die Wissenschaft die großen Probleme der Menschheit nicht lösen kann

Die Sicht der Wissenschaft auf die Welt ist unvollständig. Die Wissenschaft kann das Verhalten eines Planetensystems beschreiben, aber sie ist nicht in der Lage, die tatsächliche Ursache von Depression zu finden – ebenso wenig wie die Ursache von ADHS und ebenso wenig wie die Ursache von Sucht.

Wenn Wissenschaftler erklären, sie hätten ein Gen gefunden, welches Depression verursacht und ein anderes Gen, welches Sucht verursacht, dann ist das ungefähr so, als würde man bei einem Auto anfangen an der Hydraulik oder an der Achse herumzuschrauben, weil man das Auto um eine Kurve fahren möchte. Das erreicht man natürlich viel leichter, indem man einfach am Lenkrad dreht.

Die gleiche Aussage gilt auch für die “Heilung” von Depression und ADHS mit Hilfe von Psychopharmaka. Psychopharmaka unterdrücken lediglich die Symptome, solange ihre Wirkung anhält. Werden die Psychopharmaka abgesetzt, sind die Probleme sofort wieder da – in der Regel in einer verschärften Form. Von den Nebenwirkungen in Form einer vernebelten Psyche und organischer Schäden gar nicht zu sprechen.

Aber es sind nicht nur Sucht, Depression und ADHS, für die die Wissenschaft keine Lösungen anbieten kann. Die Wissenschaft kann kein einziges der großen Menschheitsprobleme lösen, wie z.B. Überbevölkerung, Umweltverschmutzung, Klimaveränderungen, Übergewicht, Angst, Kriege, Terror, Amokläufe, Hunger und zunehmende Gewalt.

Als die Wissenschaft sich vor einigen Hundert Jahren zu entwickeln begann, da betrachtete sie bestimmte Ausschnitte unserer Umwelt – sogenannte “Systeme” – und beschrieb dann das Verhalten dieser Systeme ganz exakt mit Hilfe der Mathematik. Ein Beispiel für ein solches “System” ist zum Beispiel unser Sonnensystem.

Ich bezeichne diese ursprüngliche Wissenschaft als “Ur-Wissenschaft”. Ihre Merkmale sind:

  • klar umrissene, vollständig erfasste Systeme
  • exakte Beschreibung des Verhaltens dieser Systeme
  • mit Hilfe der Mathematik

Diese Form von Wissenschaft ist die Grundlage der beeindruckenden technologischen Entwicklung, welche die Menschheit in den vergangenen Jahrhunderten hervorgebracht hat.

Aber während die meisten Menschen regelrecht berauscht von den Fortschritten zu glauben scheinen, das würde nun für immer so weitergehen, bis die Wissenschaft auf diese Weise alle Probleme gelöst hat, kam es weitestgehend unbemerkt auch zu zwei anderen Entwicklungen:

  1. Es tauchten nach und nach immer mehr Probleme auf, welche die Wissenschaft nicht lösen kann.
  2. Die Wissenschaft traf auf immer mehr Phänomene unserer Umwelt, die sie nicht erklären kann.

Dummerweise hatten die ersten Wissenschaftler um Galileo Galilei (etwas übergeschnappt von ihrem Erfolg) die wissenschaftliche Herangehensweise voreilig zum einzig wahren und legitimen Erkenntnisprinzip erklärt, um auf diese Weise die Religion abzuservieren.

Galileo Galilei ging in seiner Schrift Saggiatore davon aus, dass das ganze Universum auf diese Weise mit Hilfe der Mathematik in seinem Verhalten beschrieben werden könne.  Er hatte zwar nur für ein paar einzelne kleine Teilausschnitte des Universums das Verhalten beschreiben können, aber schlussfolgerte gleich, dass das nun für die ganze den Menschen umgebende Welt immer so weiter gehen würde.

Ich bezeichne eine solche Schlussfolgerung als “unzulässige Verallgemeinerung”. Es ist eine in der Wissenschaft inzwischen weit verbreitete Form einer ungültigen Schlussfolgerung.

Aber sie führte zu dem Dogma, auf dem die gesamte heutige Wissenschaft aufbaut:

“Wahr ist nur, was wissenschaftlich bewiesen werden kann.”

Dieses Dogma begründet den Absolutheitsanspruch der Wissenschaft. Es erklärt die Wissenschaft zum einzig legitimen Erkenntnisprinzip, indem es festlegt, was als wahr gelten darf (Wahrheitsbegriff).

Aber ist das nicht tatsächlich sinnvoll, dass nur wissenschaftlich Bewiesenes als gesicherte Erkenntnis gelten sollte? Bewahrt uns das nicht davor, irreführenden Theorien auf den Leim zu gehen?

Nein. Leider bewahrt uns das grundlegende Dogma der Wissenschaft nicht vor irreführenden Theorien. Die Wissenschaft selbst produziert nämlich zahlreiche irreführende Theorien und zwar genau dort, wo ihr Ansatz auf die Realität nicht anwendbar ist. Die Wissenschaft akzeptiert Theorien als wahr, die ihre Grundlagen stützen – ganz egal, ob diese Therorien bewiesen sind – und sie lehnt alle die Theorien als “unwissenschaftlich” ab, die ihre Grundideen in Frage stellen.

Für die meisten Menschen ist es so selbstverständlich, wissenschaftliche Beweise und Wahrheit gleichzusetzen, dass sie vermutlich noch nie darüber nachgedacht haben, dass es auch anders sein könnte.

Wie könnte man Wahrheit definieren, wenn man nicht wissenschaftliche Beweise zugrunde legt?

Wahr ist, was die Probleme des Menschen dauerhaft und wirksam löst!

Tatsächlich führt dieser Wahrheitsbegriff zu einer anderen Form von Wissen als der Erkenntnisansatz der Wissenschaft. Zwar gibt es Übeschneidungen, aber insgesamt sind 3 Fälle zu unterscheiden:

  1. Etwas kann wissenschaftlich bewiesen werden und löst auch Probleme (Überschneidung der beiden Wahrheitsbegriffe).
  2. Etwas kann nicht bewiesen werden und löst aber Probleme.
  3. Etwas wurde bewiesen, löst aber keine Probleme oder vergrößert bestehende Probleme sogar (verschlimmert ihre Auswirkungen).

Wo genau funktioniert die Herangehensweise der Wissenschaft und wo stößt sie an ihre Grenzen?

Und wie kann es sein, dass etwas nicht bewiesen werden kann und dennoch Probleme löst?

Und wieso ist es möglich, dass etwas angeblich Bewiesenes die Probleme sogar noch vergrößert?

Um diese Fragen zu beantworten muss man sich anschauen, was genau wissenschaftliche Beweise eigentlich bedeuten:

Sie bedeuten, anderen Menschen nachvollziehbar vorführen zu können, warum die zu beweisenden Behauptungen wahr sein sollen. Und das geht nur mit Betrachtungsgegenständen, die mehrere Menschen gleichzeitig wahrnehmen können. Es können also nur solche Elemente der Wahrnehmung Gegenstand wissenschaftlicher Beweise sein, die sich im gemeinsamen Wahrnehmungsraum aller Menschen befinden.

Aber befindet sich nicht alles dort, was wir brauchen? Was soll es denn sonst noch geben?

Es gibt einen Bereich unserer Existenz und unserer Wahrnehmung, der sich nicht im gemeinsamen Wahrnehmungsraum aller Menschen befindet. Es ist sogar ein ausgesprochen großer Bereich, auch wenn er den meisten Menschen den größten Teil ihrer Zeit nicht bewusst ist. Es handelt sich um die Inhalte unserer Psyche.

Was in meinem Kopf vorgeht, kann ich anderen erzählen, aber erzählen kann man eben auch viel, “wenn der Tag lang ist”. Die Inhalte der menschlichen Psyche lassen sich nicht exakt auslesen oder messen. Man kann andere nicht direkt in seinen Kopf hineinsehen lassen.

Und deshalb können die Inhalte der menschlichen Psyche nicht Teil wissenschaftlicher Beweise sein. Sie können es nur insofern sein, wie sie sich äußerlich messbar oder überprüfbar zeigen.

Die Wissenschaft muss deshalb jede Behauptung als “unwissenschaftlich” ablehnen, die sich irgendwie in diese Richtung bewegt, weil ihr Absolutheitsanspruch ansonsten ins Wanken gerät.

Zu dumm nur, dass gerade dort – in der menschlichen Psyche – sowohl die Ursachen als auch die Lösungen der drängendsten menschlichen Probleme liegen.

Wir haben also jetzt mit der Wissenschaft

  • ein Erkenntnisprinzip, welches nur einen Teil der Realität tatsächlich erfassen und beschreiben kann
  • und das aber selbst den Anspruch erhebt, das einzig wahre und legitime Erkenntnisprinzip zu sein
  • und das alle anderen Erkenntnismöglichkeiten kategorisch – und wegen der großen Wahrheitsautorität der Wissenschaft auch erfolgreich – bekämpft

Diese Situation hat 2 wesentliche Konsequenzen:

  1. Ein Teil der Realität bleibt menschlicher Erkenntnis verborgen. Infolgedessen bleiben viele Probleme ungelöst, die eigentlich dringend einer Lösung bedürften.
  2. Die Wissenschaft erzeugt die Illusion eines Wissens, das eigentlich gar nicht existiert, um über ihr Unvermögen hinwegzutäuchen und ihren Absolutheitsanspruch aufrechtzuerhalten. Sie spaltet sich auf in den ursprünglichen, exakten Teil (“Ur-Wissenschaft”) und einen zweiten Teil welchen ich als “Wissenschaftsideologie” bezeichne. Die Wissenschaftsideologie produziert “Schummel-Theorien”, setzt diverse Formen ungültiger Schlussfolgerungen ein und hat zahlreiche Psychotricks auf Lager, um Wissen vorzutäuschen, das eigentlich gar nicht existiert.

Ich behaupte nicht, dass das bewusst und absichtlich geschieht. Es ist eine Eigenheit der menschlichen Psyche auf dem gegenwärtigen Stand ihrer Entwicklung, partiell gültige Lösungsansätze über ihren Gültigkeitsbereich hinaus zu verallgemeinern, um Illusionen von Wissen und Fortschritt zu erzeugen.

Die menschliche Psyche ist auf dem gegenwärtigen Stand ihrer Entwicklung unfähig, einen Zustand von Unwissenheit als gegebene Tatsache zu akzeptieren (“Ich weiß, dass ich nicht weiß.”). Auf die Hintergründe dieses Phänomens bin ich auf meiner Webseite suendenfall.org eingegangen.

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